Bober - Eine Kanutour auf dem Biberfluss nach Norden


(Herbst 2013)

Text:    Peter Peuker
Fotos:    Peter Peuker und Peter Behrendt

 

Auf unserer Neiße-Tour im vergangenen Frühling bekamen wir den Tipp: „Paddelt doch mal den Bober in Polen, das wäre was für euch!“. Nach dieser Info kam dann die Planungsphase. An einem verlängerten Wochenende Anfang Oktober, bei goldenem Herbstwetter, fuhren wir von Brandenburg ins Niederschlesische Bergland an den Fuß des Riesengebirges, um auf dem Bober Richtung Norden mit unseren Kanus aufzubrechen. Wir, das sind Peter Pan, Niels und ich, Amarok.
Nach dem wir die Stadt BOLEŁASWIEC (dt. Bunzlau) hinter uns gelassen haben, wird es ordentlich hügelig. Und am Start der Kanutour bei NIELESTNO bilden die über 400 Meter hohen Berge eine traumhafte Kulisse links und rechts des Bobers.

Der Name Bober hat seinen Ursprung im Slawischen und bedeutet Biber, also der Biberfluss. Die Quelle des Bobers liegt im Rehorngebirge, einem Teil des Riesengebirges, und bis zu seiner Mündung in die Oder bei KROSNO ODRZAŃSKIE (dt. Crossen an der Oder) legt er 268 km zurück und fällt um ca. 740 Höhenmeter.
Nach dem der Bober BOLEŁASWIEC hinter sich gelassen hat durchfließt er eine der größten zusammenhängenden Wald- und Heidelandschaften Mitteleuropas. BORY DOLNOŚLĄSKIE (dt. Niederschlesische Heide) erstreckt sich über eine Fläche von 1.650 km². Hier kommen u.a. Schlingnatter, Kreuzotter, Schwarzstorch, Brachvogel, Wiedehopf, Baumfalke, Seeadler, Waldkauz, Auer- und Birkhühner, Siebenschläfer und Fischotter vor. Auch der eine oder andere Elch wurde schon wieder gesichtet. Die bekannte polnische Wolfsforscherin Sabina Pieruzek-Nowak beziffert den seit etwa 1997 dort nachgewiesenen Wolfsbestand auf 30 – 35 Tiere in 5 bis 6 Familienverbänden.


Am frühen Nachmittag kommen wir am Reiseziel an und werden nach dem Umladen von Booten und Gepäck von Lesław, unserem Ansprechpartner vor Ort, zum Startpunkt gebracht.


Bis zur Einsetzstelle sind es von Lesław 20 Minuten Autofahrt.


Aufbruch ins Abenteuer!


Fluss abwärts! Ein frischer Ostwind ist am Nachmittag ein unangenehmer Begleiter.

 


Traumhafte Naturkulisse im Bober-Tal.

 


"Lorelei"
(der Fels heißt laut Karte wirklich so)

 

 


Erstes Camp an einer Flusskurve hinter dem Ort Wleń (dt. Lähn).

Ein Kauz ruft in der endenden Nacht im Bergwald am gegenüberliegenden Flussufer.
Obwohl es erst Anfang Oktober ist, ist es wirklich ziemlich frostig. Am Morgen hat sich in der Faltschüssel eine Zentimeter dicke Eisschicht gebildet.




Als die Sonne am Vormittag über den Bergkamm kommt wärmen uns ihre Strahlen.


Dabeisein ist für Dascha alles.

 


Start in den zweiten Tag der Tour.

 


Ein gutes Team, Niels und Hund Bela, kurz vor der ersten Portage.
Insgesamt gab es an diesem Tag an zwei Staustufen Umtragungen.


Camp Nr. 2 am Ortsrand von Lwówek Śląski (dt. Löwenberg).

 


Niels ist heute der Grillmeister. Jeder durfte an einem Abend den Koch spielen.
Am nächsten Tag musste Niels leider die Tour abbrechen.


Abendstimmung über Lwówek Śląski

 

 

Am dritten Tag brechen wir erst gegen 13 Uhr auf. Los geht es gleich mit einer Umtragung und dann folgt eine Treidelstrecke. Nach kurzer Paddelstrecke folgt wieder eine Portage. Die Kanukarte vom Bober weist an dieser Stelle nur eine 40 m lange Umtragung am linken Flussufer aus. Dort befindet sich aber auf 300 Meter Länge eine 2,50m hohe Abbruchkante. Aus den 40 Metern werden 500 Meter am rechten Flussufer mit Klettereinlagen. Wir kommen ordentlich ins Schwitzen und unsere Kondition wird dabei ganz gut getestet.

 




Weit kommen wir aber nicht mehr. Unverhofft taucht ein gewaltiges Wasserbauwerk vor uns auf.


Laut Karte gibt es dieses Wasserkraftwerk am Bober gar nicht. Aber es ist tatsächlich da. 

Wir bekommen ein Zeitproblem, um noch vor dem Dunkelwerden am 10 km entfernten Zielpunkt einzutreffen, zumal der tatsächliche Flussverlauf von dem auf unserer Karte abweicht. Lesław, der uns am Kraftwerk mit dem Auto abholt, staunt nicht schlecht und meint: "Das Ding kenne ich auch nicht".

Wir bauen am Bober bei Włodzice Małe unser drittes und letztes Camp auf und lassen die Tour bei Lagerfeuer und braten auf der Muurikka ausklingen.

 

 

Morgenstimmung im Camp Nr. 3 bei Włodzice Małe.

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