Neue Hoffnung für Schwedens Wölfe

Eine Untersuchung zeigt, dass durch Wölfe fremde Welpen adoptiert werden können.
Der Inzuchtkoeffizient des Wolfsbestandes in Schweden ist hoch, denn deren Gene stammen nur von fünf zugewanderten Tieren aus der Finnisch-Russischen Population ab.

Im Jahr 2011 beauftragte die Regierung das Landwirtschafts- und das Naturschutzamt, den genetischen Status des Wolfsbestandes zu verbessern.
Die Wissenschaftler Inger Scharis und Mats Amund, von der Universität in Linköping, haben in einem Projekt für den Verband Zoologischer Gärten Schwedens - Djurparksförningen (SDF) – die „Cross-fostering“ Methode getestet, um die genetische Variation zu erhöhen. (Anm.: „Cross-fostering“ Methode – Dabei erfolgt die Aufzucht nichtverwandter Jungtiere, indem beispielsweise die Nachkommen zweier Mütter direkt nach der Geburt vertauscht werden.) Sie untersuchten, ob eine Adoption von Welpen aus nordischen Tierparks in den Höhlen von wilden Wölfen möglich ist. Die Welpen wurden im Versuch im Alter von 8 Tagen genommen und in ein anderes Gehege umgesetzt. Der Versuch war erfolgreich, weil alle Wolfsfähen die fremden Welpen akzeptierten. Die Überlebensrate unterschied sich nur unwesentlich zwischen den biologischen und den adoptierten Welpen.

Übersetzung aus dem Schwedischen: Peter Peuker

Quelle: miljoaktuellt.idg.se

Der Preis der Manipulation


Ich bin da reichlich skeptisch. Dass der Austausch von Welpen so funktioniert wie beschrieben, ist nicht neu. Das haben wir 1992 auch bei Gehegewölfen in Wolf Park schon gemacht. Fraglich ist, ob ich Wolfswelpen, die in Gehegen geboren wurden, einfach so in die Höhle einer wilden Wölfin bringen kann, die keinerlei Kontakt zu Menschen hatte. Schon die rein praktische Umsetzung könnte aufgrund des unterschiedlichen Verhaltens von wilden Wölfen und Gehegewölfen schwierig sein. Im schlimmsten Fall nimmt die Wölfin die fremden Welpen nicht an. Was dann? Werden die Welpen dann wieder ins Gehege gekarrt?
Es fällt mir immer schwerer, solche Experimente und Manipulationen zu akzeptieren. Außerdem sollte man bedenken, wie sich die Tiere dabei fühlen. Ich habe es in Wolf Park (Indiana) erlebt, wie die Wolfsmütter gelitten haben, nachdem man ihnen die Welpen wegnahm, um sie von Hand aufzuziehen.

Ich denke, dass wir Menschen - mit der an sich guten Intention, etwas zu "verbessern" - leider allzu oft dazu neigen, Gott zu spielen. Wir wollen schnelle Ergebnisse, ohne an die Folgen gedacht zu haben. Tauschen wir mal eben die Welpen aus. Wir vergessen dabei völlig, was diese Manipulation für das Tier selbst bedeutet - auch emotional.

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