Schweden: Gerichtsprozess wegen des Verdachts einer organisierten illegalen Wolfsjagd

Im Mai 2012 wurden fünf Männer wegen des Verdachts der Durchführung einer illegalen Wolfsjagd im Tandsjö-Revier zwischen Dalarna und Härjedalen festgenommen.
Am letzten Montag wurde nun der Prozess gegen die Männer vor dem Landgericht in Mora eröffnet. Alle fünf werden wegen schweren Vergehens gegen das Jagdrecht angeklagt.
Es geht darum zu klären, was vor ungefähr zweieinhalb Jahren, am 6. Mai 2012, am See Ulvsjön passierte. Dafür sind 3 Prozesstage angesetzt worden.
Laut Aussagen der fünf Angeklagten waren sie im Gebiet unterwegs, um Biber im Neuschnee zu suchen. Nach Auffassung der Staatsanwältin für Umweltstraftaten Åse Schoultz, war es die Vorbereitung einer organisierten illegalen Wolfsjagd im sogenannten Tandsjö-Revier. Laut Anklageschrift soll einer der Beschuldigten, ein jetzt 30-jähriger Mann, mit der Verfolgung und dem Einkreisen der Wölfe im Gebiet begonnen haben. Dazu nutzte er ein Schneemobil und einen GPS-Sender. Gleichzeitig positionierten sich die anderen Männer schussbereit.
Die Staatsanwältin hat keinen getöteten Wolf als Beweis, aber sie ist der Meinung über Indizien zu verfügen, die zeigen, dass die Männer auf der Wolfsjagd unterwegs waren. Unter anderem gibt es Zeugenaussagen von Rangern, die sich in der Region aufhielten, GPS-Tracks, Spuren im Schnee, versteckte Munition und der Nachrichtenaustausch via SMS zwischen den Männern, die die These von Åse Schoultz stützen. Bestärkt wird die Staatsanwältin durch die SMS von einem der Männer als dieser bemerkte, dass sie von der Polizei gesehen wurden. Er sendete die Worte „Abbruch, Warnung.
Aber ich dachte dabei an das Schneemobil, dessen Motor ausging, jedoch nicht defekt war, sagte er vor Gericht aus.
Die Beschuldigten bestreiten die Straftat. Im Verhör beteuerten sie, dass es bei der Aktion um eine Erkundung zur Biberjagd ging.
Einer der Angeklagten, Anders Dunder, wurde im Mai diesen Jahres von
SVT–Jämtland aktuell interviewt:
War es nicht so, dass ihr draußen unterwegs gewesen seid, um an diesem Tag eine Wolfsjagd vorzubereiten?
Absolut nicht … in so einem Fall ist es dumm, wenn man raus geht und es bei Neuschnee tun würde, das sollte man nicht machen, sagt Anders Dunder.


Wolfsspuren im Neuschnee


Übersetzung und Zusammenfassung aus dem Schwedischen von Peter Peuker

Quellen:
svt-Jämtlandsnytt, 2. November 2014
SverigesRadio, P4 - Dalarna, 3. November 2014

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