Schweden/Värmland: Jagdstrecke bei Elchen auf Tiefstand

Der staatliche schwedische Fernsehsender svt berichtete am 15.12.2014 über die bisherigen Ergebnisse der diesjährigen Elchjagdsaison in der Provinz Värmland:

Seit Ende der 60-er Jahre war die Elchstrecke in Värmland nicht auf so einem tiefen Stand wie gegenwärtig. Und von der freigegebenen Abschussquote wurde bisher nicht einmal mehr als gut die Hälfte der Strecke gebracht. Bis dato gibt es auch keine Anzeichen dafür die daraufhin deuten, dass die Abschussquote in diesem Jahr erfüllt wird.


In den värmländischen Wäldern ist der Elchanblick ein zunehmend seltener gewordenes Ereignis. Seit den Spitzen-Jagdstrecken Anfang der 80-er Jahre, als 17.000 Elche jährlich geschossen wurden, ist der Rückgang der Abschusszahlen gravierend.
- In diesem Jahr haben wir einen Abschussplan von drei erwachsenen und drei jungen Elchen wie im Jahr zuvor. Geschossen wurden bisher ein erwachsenes und ein junges Tier. Der Rückgang war seit den letzten 10 bis 15 Jahren ziemlich radikal, als wir noch 14 Elche jährlich schossen, sagt Lars Eriksson, Jagdleiter im Hällekils Wildbewirtschaftungsgebiet.
Das Wildbewirtschaftungsgebiet liegt in einem von den vielen Wolfsrevieren in Värmland. Und die Ausbreitung des Wolfs ist mit eine Ursache, dass die Abschusszahlen in Värmland jetzt auf diesem historisch niedrigen Niveau angelangt sind. Bisher sind 3.255 erlegte Elche an die Landesverwaltung gemeldet worden. Seit Mitte der 60-er Jahre war diese Jagdstrecke nicht so niedrig.
- Wenn nicht eine gravierende Veränderung erfolgt, so wird sich nach meiner Auffassung dieser Abwärtstrend fortsetzen. Aber ich bin mir sicher, dass die Bestrebung die Elchjagd hier draußen weiter durchzuführen stark ist und ich glaube es gibt Kräfte und Ziele die in diese Richtung hin arbeiten. Die Politik hat jetzt das Ziel, den Wolfsbestand zu managen, es bleibt zu hoffen, mit den geplanten kommenden Lizenzjagden wird es eine Verbesserung geben, sagt Fredrik Wilde von der Landesverwaltung.
Die Landesverwaltung von Värmland hat beschlossen, dass eine Lizenzjagd im kommenden Winter auf 24 Wölfe in 4 Wolfsrevieren stattfinden soll. Darunter ist auch ein sich mit dem Hällekils Wildbewirtschaftungsgebiet überschneidendes Wolfsrevier. Allerdings wird eingeschätzt, dass die Wolfsjagd nicht als einzige Mittel dazu führt, um zu einer Erholung des Elchbestandes beizutragen.
– Natürlich ist es machbar, dass einige Jahre weniger Elche geschossen werden, um den Elchbestand wieder aufzubauen. Jedoch liegt die Verantwortung vor allem beim Elchmanagement und die Zielstellung auf eine Vielzahl von Aspekten auszurichten, wie beispielsweise Schäden im Wald, Verkehrsunfälle und auch die Bejagung, meint Fredrik Wilde.
- Beim gegenwärtigen Elchbestand dürfen wir nicht so viel entnehmen, wenn wir wieder auf ein Niveau wie vor zehn, fünfzehn Jahren zurückkommen wollen und kontinuierlich daran arbeiten, sagt Lars Eriksson

Quelle: svt-Värmlandsnytt, 15. Dezember 2014

  • Weiterführende Informationen zum Thema:

Die Streckenstatistik kann leicht dazu verleiten, darin einiges heraus bzw. hinein zu interpretieren. Letztlich sind es lediglich Additionen der in den genannten schwedischen Provinzen geschossenen Elche aufgeschlüsselt nach Jagdjahren.
In allen aufgelisteten Provinzen schwanken die Streckenzahlen von Jagdjahr zu Jagdjahr bei den geschossenen Elchen. Die Ursachen dafür können vielfältig sein. Ein langer schneereicher Winter, ein kühler nasser Frühling und die Bejagung beeinflussen unter anderem die Population. In den schwedischen Wolfsländern, wie beispielsweise Värmland, spielt sicher auch der Wolf eine bestandsbeeinflussende Rolle.

Peter Peuker

siehe auch hier: Wolf und Elch in Schweden

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