Schweden/Wolfsforschung: Wolf und Fuchs

Der Wolf senkt in den ersten Jahren die Dichte der Füchse

Wenn sich der Wolf in einem neuen Gebiet etabliert, profitieren die Füchse von mehr Kadavern als Nahrung. Gleichzeitig steigt aber das Risiko, dass sie von einem Wolf getötet werden. Eine Studie im Rahmen des Forschungsprojektes SKANDULV zeigt, dass die Dichte der Füchse in den ersten zwei Jahren absinkt nach dem sich Wölfe in einem Gebiet etabliert haben. Aber danach erholt sich die Population wieder. Wahrscheinliche Ursache ist, dass der Fuchs zunächst nicht an die Anwesenheit des Wolfs im Gebiet gewöhnt ist. Die Füchse lernen jedoch wie sie ausweichen können, um nicht Beute der Wölfe zu werden. Hingegen wirkte die Anwesenheit von Luchsen positiv auf die Füchse.

Die Anwesenheit von großen Raubtieren kann sich sowohl positiv als auch negativ auf mittelgroße Raubtiere auswirken. Wenn es Wolf und Luchs in einem Gebiet gibt, stehen das ganze Jahr über Beutetierreste zur Verfügung. Durch dieses zusätzliche Nahrungsangebot während des Spätwinters/Frühlings haben die Füchse gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Reproduktion. Aber kleinere Raubtiere riskieren es auch getötet zu werden, wenn sie an den Beuteresten von größeren Raubtieren fressen.
Camilla Wikenros vom Institut für Ökologie und der Forschungsstation Grimsö hat zusammen mit Kollegen der Forstwissenschaften und der Hochschule in Halmstad untersucht was mit der Fuchspopulation passiert wenn sich Wölfe etablieren. Sie betrachteten auch welche Bedeutung Luchse haben. Die Wissenschaftler nutzten Daten aus den Provinzen Värmland und Örebro län aus drei Jahren hinsichtlich:

  • - Anteilen von Ackerland und Grünland in der Landschaft
  • - Nahrungsverfügbarkeit (Wühlmäuse) für die Füchse
  • - Anwesenheit von Wolf und Luchs (Inventurdaten)
  • - Fuchsdichte (in der Studie ermittelt durch die Anzahl der Spurübergänge pro Zeiteinheit)
  • - Zeitraum seit dem sich der Wolf etabliert hat und Rudelgröße der Wölfe

Diese Studie zeigt, dass die Fuchsdichte in einem Gebiet vor allem durch die Habitatstruktur der Landschaft bestimmt wird. Ein größerer Anteil an Acker- und Grünland ergab mehr Füchse. Es zeigte sich hingegen, dass Wolfsanwesenheit einen negativen Effekt hat, wenn man das Revierniveau betrachtet (Größe des Wolfsterritoriums und Anzahl der Wölfe). Die Fuchsdichte sinkt während der ersten zwei Jahren nach der Wolfsetablierung.
- Wahrscheinlich sind Füchse in den ersten zwei Jahren eine leichtere Beute für Wölfe, da für sie dieser neue „Jäger“ unbekannt ist, sagt Camilla Wikenros.
Der negative Effekt auf die Füchse war in Revieren mit größeren Rudeln stärker. Dort nutzen die Wölfe die von ihnen gerissenen Beutetiere stärker, es bleibt weniger Nahrung übrig und gleichzeitig steigt das Risiko für die Füchse getötet zu werden.
Die Fuchspopulation erholt sich dann wieder, auch wenn die Studie keine Aussagen darüber trifft ob die Dichte auf das gleiche Niveau steigt, bevor der Wolf sich in diesem  Gebiet etablierte.
publiziert: 2017-10-9

Quelle: Sveriges lantbruksuniversitet/

Wie in Yellowstone


Dieses Phänomen konnten wir schon in den ersten beiden Jahren nach der Wiederansiedlung der Wölfe in Yellowstone (1995) beobachten. Die Wölfe hatten die Kojotenpopulation um die Hälfte reduziert. Über die damit noch weiter zusammenhängenden Auswirkungen auf das Ökosystem berichte ich gerade in meinem Buch "Die Weisheit der Wölfe".

Grüße
Elli Radinger

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